Die deutschen Medien sind optimistisch und melden diese Woche den entscheidenden Durchbruch nach monatelangen Verhandlungen. Israel und die radikal-islamistische Hamas haben sich unter ägyptischer Führung auf eine Feuerpause geeinigt. Die SZ Online berichtet heute Mittag: „In den Nahost-Konflikt kommt Bewegung: Im Gazastreifen schweigen seit dem Morgen die Waffen“
Das klingt, als könnten wir nach der Zeitungslektüre wieder zur Tagesordnung übergehen. Dabei haben wir alle nicht die geringste Vorstellung, wie die Menschen vor Ort die Situation erleben.
Gestern Abend hatte ich Gelegenheit, in einem kurzen Online-Gespräch Konkretes über die Situation vor Ort zu erfahren. Peter Klentzan, Projekt Manager, der Stiftung Wings of Hope, hält sich zur Zeit in Palästina und Israel auf, um dort Projekte für vom Krieg traumatisierte Kinder aufzubauen. Er hat sich die Zeit genommen, um meine Fragen zu beantworten.
Die Fragen hatten ursprünglich nur den Zweck, mir als ehrenamtlicher Mitarbeiterin der Stiftung einen Überblick über das jüngste Projekt von Wings of Hope zu geben. Ich habe mich entschlossen, die Antworten zu veröffentlichen, um mehr Menschen einen Blick auf einen ganz anderen Teil der Israelisch-Palästinensischen Wirklichkeit zu ermöglichen.
Mittwoch, 18. Juni 2008, 18.57
Wo arbeiten Sie im Augenblick?
Mein Büro ist in Bethlehem, in der so genannten Westbank. Das liegt in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten. Die Arbeit erstreckt sich aber auf die gesamte Westbank und auch auf Teile Israels.
Mit wem arbeiten Sie vor Ort? (Anmerkung: Die Stiftung setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe)
In der Westbank unterstützen wir – Die Stiftung Wings of Hope – (d.Red.) das Internationale Zentrum Bethlehem (IZB) der ‘Evangelisch Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land’ und die Nicht Regierungs Organisation ‘Al Tariq – Der Weg’. In Israel kooperieren wir mit: The Association for Commemoration of Bat-Chen Shahak.
Diese drei Organisationen arbeiten bevorzugt mit Kindern, Jugendlichen und Familien, die traumatische Erlebnisse zu verarbeiten haben. Viele – Familien – (d. Red.) haben unmittelbare Verluste von Kindern durch den Hass und die Gewalt in der eigenen Familie erlitten. Alle Organisationen setzen sich für gerechte, friedliche und gewaltfreie Lösungen des Konflikts ein.
Was wollen Sie erreichen?
Als erfahrene Traumapädagogen und Therapeuten wollen wir dazu beitragen, dass das zentrale Grundbedürfnis der israelischen Gesellschaft gestillt wird und das heißt: Sicherheit! - Wir wollen ebenso, dass das Bedürfnis der palästinensischen Gesellschaft gestillt wird. Das heißt: Freiheit in Würde und Gerechtigkeit.
Welche Projekte wurden angestoßen?
Dreißig Sozialarbeiter und Lehrer in den besetzten Gebieten werden ihren Schülern gewaltfreie Lösungs- und Verarbeitungsstrategien anbieten können, um die Hoffnungslosigkeit und den Kontrollverlust zu überwinden. Wir bilden sie in einer zweijährigen Berufsbegleitenden Ausbildung zu Traumapädagogen und Traumatherapeuten aus.
Die Mauer, die Israel gebaut hat um große Teile der Westbank abzuriegeln, soll die einen vor Terror schützen und raubt den anderen die letzten Zukunftsperspektiven. Sie unterbindet den Kontakt zwischen den Menschen in der Westbank und in Israel. Der Konflikt im “Heiligen Land” bedroht die Menschen dort seit Jahrzehnten. Der Hass scheint immer größer zu werden. In den früheren Generationen gab es gerade auch unter den Führungspersönlichkeiten in beiden Gesellschaften immer Menschen, die durch persönliche Freundschaften Brücken bauen konnten. Die Mauer verhindert das heute für die Jüngeren. In unserem interkulturellen Empowerment-Projekt für junge Führungspersönlichkeiten ermöglichen wir es ihnen trotzdem.
Israel hat hervorragende und in der Fachwelt bekannte Traumapädagogen und -therapeuten. Trotzdem ist es uns ein Anliegen in den Regionen im Norden und im Süden des Landes Israel wo es viele, durch Raketenterror und ständige kriegerische Auseinandersetzungen traumatisierte Kinder gibt, den Lehrern und Sozialarbeitern Praxisbezogene Workshops anzubieten.
In den besetzten palästinensischen Gebieten muss man von einer „vaterlosen Gesellschaft“ sprechen. Dort wo die Väter nicht tot oder im Gefängnis sind, sind sie oft so traumatisiert, dass sie ihrer Rolle und ihren Aufgaben als Vater nicht adäquat nachkommen können. Wir bauen Selbsthilfegruppen für Väter auf.
Was sind die größten Herausforderungen für Sie und Wings of Hope?
Angesichts der Aussichtslosigkeit, der Entmenschlichung, des Unrechts und der Gewalt, die einen auf Schritt und Tritt verfolgt, nicht selbst hart, kalt und krank zu werden. Gewalt macht hart, kalt und krank!
Gibt es erste Erfolge?
Das Ausbildungscurriculum hat begonnen. Die Teilnehmer sind begeistert. In Team- und Einzelsupervisionen werden mir schwer traumatisierte Kinder vorgestellt und wir können helfen. Die Menschen sind unglaublich erleichtert.
Die jungen Führungspersönlichkeiten in beiden Gesellschaften, die wir ein Jahr lang gefördert haben, bilden jetzt die nächste Generation aus. Es werden Teilnehmer des letztjährigen Programms sein, die neuen Teilnehmer als Gruppenleiter zur Sommerakademie nach Ruhpolding 2008 begleiten.
Wie erleben Sie die Situation vor Ort? Wie sieht Ihr Alltag aus?
Mich erfüllt es mit Zorn und Abscheu wie eine Minderheit in beiden Gesellschaften in der Lage ist, die Bedürfnisse der Mehrheit nach Sicherheit und Freiheit in Würde und Gerechtigkeit mit Füßen zu treten. Die Minderheit derer, die die Gewalt verherrlichen ist stärker und arbeitet besser zusammen, als die Mehrheit derer, die die Gewalt beenden wollen.
Meine Familie lebt in Deutschland. Ich bin in den Wochen in Palästina und Israel “Strohwitwer” und kann meine ganze Kraft in die Arbeit stecken. Ich versuche eine halbe Stunde am Tag über das Internet mit meiner Frau und den Kindern zu sprechen, weil ich Sehnsucht habe und die Bindung nicht verlieren möchte. Als professioneller Traumapädagoge kenne ich zu viele bindungslose und bindungsunfähige Menschen. Ansonsten arbeite ich mit den Menschen, die sich mir und unseren Projekten anvertrauen. Wenn es dabei Pausen gibt, komme ich meiner Managementtätigkeit für unsere Stiftung und Projekte in den anderen Ländern nach oder ich beantworte Ihre Fragen. Ich versuche zumindest die deutschen Spiele bei der Europameisterschaft zu sehen. Ab- und zu gehe ich abends in ein Fitnesscenter und powere mich aus!
Welche Prognosen geben Sie ab über die Situation in den nächsten 6 Monaten?
Wenn man sich häufig in den besetzten Gebieten aufhält, weiß man, dass wir in Deutschland nicht wirklich darüber informiert sind, welches Drama sich hier abspielt. Das Gerede vom Friedensvertrag noch in diesem Jahr ist angesichts dessen, was sich vor Ort abspielt eine riesengroße Nebelbombe! Wenn es um Israel und Palästina geht, leiden traumapädagogisch ausgedrückt große Teile der arabischen Welt unter Boarderline-Störungen und große Teile der westlichen Welt unter dissoziativen Amnesien.
Sie sind glaube ich seit April in Israel und Palästina – wie lang werden Sie insgesamt bleiben?
Ich bin ca. 10 Monate im Jahr für jeweils etwa zwei Wochen hier im Land, um unsere Partner bei ihrer Arbeitzu unterstützen. Das Projekt hat im April dieses Jahres begonnen und wird im März 2010 enden.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Es wäre doch schon etwas, wenn ich meinen Kindern und vielleicht eines Tages, Inshallah, meinen Enkelkindern, sagen könnte, dass wir bei Wings of Hope mit unseren Partnern und Unterstützern, unseren Spendern und Freunden, unseren Klienten und unseren Mitarbeitern es abgelehnt haben uns drei Affen in die Wohnung zu stellen. Ein Affe hält sich die Augen zu. Ein Affe hält sich die Ohren zu und ein Affe hält sich den Mund zu. – Oder um es mit Bettina Wegner zu sagen: “Gerade, klare Menschen wären ein schönes Ziel, Menschen ohne Rückgrat gibt es schon zuviel!”
Bevor wir jetzt alle wieder zur Tagesordnung übergehen: Entscheiden Sie sich gegen die Strategie der drei Affen. Tun Sie was.! Jetzt gleich. Und nehmen Sie das gute Gefühl mit ins Wochenende, die Welt wenigstens ein ganz klein bisschen verändert zu haben. Sie wissen nicht, was Sie tun können?
Klicken Sie auf diese Worte. Jeder Betrag zählt!
Ein gutes Gefühl reicht ihnen nicht? Sie vertreten ein Unternehmen und Ihr CFO will Return on Investment? Dann können Sie folgendes tun:.
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Spenden Sie 3.000 € an Wings of Hope und Sie erhalten ein exklusives, individuelles Interview-Coaching vom Atelier für Strategie & Kommunikation.
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Spenden Sie 5.000 € an Wings of Hope und Sie erhalten ein 1-tägiges exklusives Seminar/Training oder Coaching vom Atelier für Strategie & Kommunikation (Thema nach Absprache).
So funktioniert’s:
1. Sie melden sich bei mir, und wir besprechen Ihren Traings- oder Coaching-Wunsch (grundsätzlich gilt: Vieles ist möglich). Wir legen einen Termin und den Ablauf fest. Sie erhalten von mir eine schriftliche Bestätigung über unsere Vereinbarung.
2. Danach überweisen Sie innerhalb von 5 Werktagen die Spende an die Stiftung Wings of Hope.
Grundsätzliches:
Ich handle in bester Absicht, um die Stiftung Wings of Hope zu unterstützen. Das Geld geht direkt und ohne Abzüge an Wings of Hope. Ich habe mich nicht damit aufgehalten, mit einem Anwalt über Kleingedrucktes zu sprechen und rechne nicht mit Fouls. Das Angebot gilt nur, wenn Sie sich bis zum 4. Juli 2008 bei mir melden!
Und sonst:
1. Das Training oder Coaching sollte im Zeitraum Juli – Oktober stattfinden, da ich auch anderweitige Verpflichtungen habe.
2. Aufgrund der beschränkten Resourcen kann ich keine unbegrenzte Zahl von Projekten übernehmen.
Also sprechen Sie zuerst mit mir! Ich kann keine Garantie dafür übernehmen, dass ich das Projekt durchführen kann, wenn Sie nicht vor der Spende mit mir gesprochen haben! Erst durch meine Zusage kommt eine Vereinbarung zustande!
3. Das Angebot gilt grundsätzlich für Projekte an meinem Wohnort München – wenn das Projekt in einer anderen Stadt stattfinden soll, übernehmen Sie bitte zusätzlich die Kosten für Fahrt und Übernachtung.
4. Das Angebot ist nicht auf bereits gebuchte Projekte anwendbar. Meine Klienten können selbstverständlich ein Spenden- Zusatz-Projekt buchen.
5. Ich behalte mir vor, das Projekt zu begrenzen oder abzubrechen, wenn die Zahl der Anfragen meine Kapazitäten übersteigt.
Fragen aller Art – zum Beispiel: Was Sie sonst noch für die Stiftung tun können? Beantworte ich gerne. Die Entscheidung zu diesem Projekt ist spontan gefallen. Ich bin gespannt auf Ihre Reaktionen.