Glaubwürdigkeit der IT Fachpresse

•Januar 13, 2009 • 1 Kommentar

Das Institut für Informatik und Wirtschaftsinformatik hat 2007 der Universität Duisburg/Essen hat 2007 die Informationsquellen für IT-Professionals unter die Lupe genommen: Herausgekommen ist ein interessante Analyse und Bewertung der Fachpresse aus Sicht der Wirtschafts-Informatiker.

Die Autoren der Studie David Heise, Carola Schauer und Stefan Strecker bescheinigen einer ganzen Reihe von Publikationen geringe Objektivität: „Bei den Zeitschriften BUSINESS & IT, COMPUTER ZEITUNG, INFORMATION WEEK, IT DIRECTOR und IT MITTELSTAND ist eine positive Grundeinstellung und das durchgängige Fehlen einer kritischen Haltung gegenüber den vorgestellten Themen auffällig. (…) Risiken, Nachteile oder andere Problematisierungen werden nicht thematisiert. Die Autoren stehen zudem oft in enger Verbindung zu dem Unternehmen, dessen Produkt vorgestellt wird.“

Die Erkenntnisse sind zwar nicht neu, aber selten so übersichtlich auf den Punkt gebracht worden.Die ganze Studie kann man auf der Seite der Universität Essen/Duisburg als PDF herunterladen. Nicht genauer untersucht wurde hingegen, welchen Einfluss PR-Abteilungen der Unternehmen und die betreffenden PR-Agenturen auf die Medien haben.

Bleibt die Frage, ob nicht auch IT Unternehmen künftig glaubwürdiger kommunizieren müssen.

Bericht über die Medientage München entfällt

•Oktober 19, 2008 • Kommentar schreiben

Geplant war hier im Blog unter anderem ein Beitrag über die Veranstaltung:

Blogs, Open Source Medien und social Networks
Zwischen Selbstüberschätzung und Beitrag zur Pluralen Meinungsbildung
Die Medientage München GmbH ließ mitteilen, dass ich nicht akkreditiert werden kann, da die Medientage München nur über ein begrenztes Pressekontingent verfügen und deshalb „ausschließlich Journalisten akkreditieren können, die entweder für Redaktionen medienfachbezogener Themen tätig oder nachweislich mit der Berichterstattung über die Medientage München beauftragt sind.“

Ich könnte jetzt natürlich der Bürokratie Genüge tun, und mich selbst beauftragen. Ich denke am 29. Oktobe geh ich lieber ins Museeum.

Sarah Palin und das Credo der Berater: Gute Redner – werden nicht geboren,

•Oktober 16, 2008 • Kommentar schreiben

sie werden gemacht. Beim Blick auf den US Wahlkampf muss die Ergänzung allerdings lauten, dass die Grundvoraussetzung für den Erfolg von Medientrainings die intellektuellen Fähigkeiten des Trainees sind.

Eine gnadenlose Analyse Sarah Palins hat John Kleese kürzlich in einem Interview mit http://www.seesmic.com geliefert.

Klingt nach einer unlösbaren Aufgabe für Palins Berater.

Der amerikanische Wahlkampf: Sarah Palin spricht öffentlich…

•Oktober 15, 2008 • 1 Kommentar

Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und dennoch frage ich mich, wie ist es möglich, dass eine Frau wie Sarah Palin in der Öffentlichkeit ernst genommen wird. Blogger  Aden Nak gibt auf seinem Blog den Blick frei hinter die Kulissen:

Sarah Palin Debate Flow Chart

Oh My God!

Doch sehen Sie selbst: Sarah Palin im Interview

Ethics inside? Olympia Sponsoren und Corporate Social Responsibility

•August 11, 2008 • 1 Kommentar
Out of the sea

Ethics inside?

Saul Newman stellte in der Süddeutschen vom 6. August die Frage ob man Politik und Sport vermischen.

Halten wir an dieser Stelle fest: Sport wurde immer schon für politische Zwecke benutzt; in der Antike, der Arbeitersportbewegung in der Weimarer Republik, 1936 in Berlin oder als „Wettkampf der Systeme“ zwischen Ost und West.

Und jetzt zeigen ein olympischer Fackellauf der zur Farce gerät, eine Regierung, die Menschenrechte systematisch verletzt und ein IOC das sich mehr als willfährig instrumentalisieren lässt: Chinas Parteiführung geht es nicht um die Olympische Idee. Sie will die Spiele als gigantische Propagandaveranstaltung in eigener Sache nutzen. Das ist nicht neu. Und Newman ist im Recht, wenn er die argumentative Parallele zu Olympia 1936 zieht.

Ebenfalls nicht neu – nur deutlicher – ist inzwischen die Rolle der Unternehmen in der Diskussion.

Betrachtet man die Argumentationslinien, so erkennt man folgendes Muster: Chinas Regierung, das IOC und die Sponsoren verkünden im Chor: Keine Vermischung von Sport und Politik!
Unternehmen sind keine Politiker! Echot es aus dem Sponsorenlager. Und ergo sehen Sponsoren keine Möglichkeit zum Einfluss und irgendwie geht es ja nur um die Sache, den Sport und nicht um Politik – und also hat man kein ethisches Problem als Sponsor.

Das Argument von der Trennung von Sport und Politik zieht nur eigentlich schon deshalb nicht, weil jeder Mensch, Sportler, Sponsoren, IOC Mitglieder immer politisch handeln – gerade auch, wenn sie auf Abgrenzung von Politik pochen. Für den Beweis müssen Sie nicht mal Platon oder Aristoteles bemühen. Fragen Sie mal Ihren Nachbarn was der von Olympia und China hält. Sie kriegen eine Form der politische Äußerung, wetten?

Doch längst zeigt sich eine weitere Dimension – Olympia ist zum Milliardengeschäft geworden stellt die Sportbild fest: „12 Weltunternehmen erhielten vom IOC für insgesamt 866 Millionen Dollar das Recht, in ihren Produktgruppen zwischen 2005 bis 2008 global mit den Olympischen Ringen werben zu können.“
Doch Peking kassiert auch direkt: „Zu den olympischen Rekorden zählt, dass mit Peking ein Olympia-Ausrichter die Sponsoren-Einkünfte des IOC übertrumpft hat. BOCOG generiert von 36 Unternehmen, darunter Volkswagen, Adidas und in der kleinsten Kategorie die Bundesbahn-Tochter Schenker, 1,2 Milliarden Dollar.“

Die Sportidole und das beigeisterte Milliardenpublikum soll Umsätze in horrenden Höhen in die Kassen von Volkswagen, Adidas und McDonald spülen. Adidas Chef Hainer sagt in der SZ vom 30. Juli zum chinesischen Markt: „Wenn sich zehn Prozent der Bevölkerung unsere Produkte leisten können, reden wir von 130 Millionen Konsumenten. Das ist ein großer und für uns interessanter Markt. (…) Spätestens 2010 werden wir dort allein mit der Marke Adidas eine Milliarde Euro Umsatz machen.“

Unternehmen sollen Gewinne machen. Dürfen sie das um jeden Preis?
Immerhin hat Volkswagen Sponsoring-Gelder in Höhe von 120 Millionen Dollar an den Ausrichter der Olympischen Spiele direkt nach Peking überwiesen, Adidas – kolportiert das Trendbüro – musste immerhin 80 Millionen Dollar auf den Tisch legen.

An dieser Stelle lohnt ein Blick auf die ethischen Standards, die sich die Olympia Sponsoren selbst gegeben haben:

  • Adidas will „ein ehrliches und ethisches Unternehmen zu sein“
  • Coca Cola: „ Helping to Improve Lives.“
  • Lenovo: „ Vertrauenswürdigkeit und Integrität: Vertrauen und persönliche Verantwortlichkeit in allen geschäftlichen Beziehungen stehen für uns im Mittelpunkt.“
  • McDonalds: „McDonald’s has a long-standing commitment to ethical business practices, dating back to our founder Ray Kroc, who said, „The basis for our entire business is that we are ethical, truthful and dependable.“

Unternehmerische Verantwortung und Ethische Prinzipien werden allenthalben als Standard proklamiert. All die schönen Schlagworte beschäftigen landauf und landab die Kommunikationsagenturen, Unternehmenssprecher und Unternehmensberater. Denn den Vorständen der Unternehmen ist längst klar, dass Sie sich im Spannungsfeld zwischen dem Urteil der Öffentlichkeit und den aktuellen Gewinnaussichten bewegen.

Und jetzt, wo es gilt, auf der globalen Bühne Stellung zu beziehen; versagt die Kommunikation von IOC und den zahlenden Unternehmen einschließlich ihrer Sprecher kläglich. Es geht um das Gegenteil von Boykott – es geht um Stellungnahme.

China ist das Land in dem die indirekte Kommunikation zur Perfektion gereift ist. Chinesen sind Meister der subtilen Anspielung. Warum verschenken Unternehmen diese Chance? Es geht nicht drum die Chinesen vor den Kopf zu stoßen. Es geht nicht darum, den Sportlern Olympia zu vermiesen.

Es geht für die Unternehmen darum, den eigenen Standpunkt klar zu machen. Wer das nicht tut, wird in China sein Gesicht verlieren. Und er verliert das Gesicht vor den Konsumenten der freien Welt. Ich bin sicher, den Kreativabteilungen der Unternehmen würde zu subtilen Botschaften und Kampagnen eine Menge einfallen.

Jedenfalls mehr als Adidas Chef Hainer – der Antwortet im SZ Interview auf die Frage nach einem möglichen Image-Schadens wegen des China-Engagement frei von der Leber weg: „Ich glaube das nicht. Dann dürften wir in vielen anderen Ländern auch nicht aktiv sein. Nehmen Sie Spanien und das Problem mit der ETA. Wenn wir jedes Mal hingucken würden, wo es politische Verwerfungen gibt, dürften wir überhaupt nicht mehr auftreten.“

Eine erfrischend platte Art, den Anspruch des Unternehmens an das eigene ethische Verhalten zu definieren. Auf eine schriftliche Anfrage an die Presseabteilung mit der Bitte um Stellungnahme von letzter Woche, habe ich leider auch nach 3 Tagen keinerlei Antwort erhalten. Wahrscheinlich sind alle in Peking und können dort nicht auf die eigenen Mails zugreifen.

Jetzt würde ich gerne wissen, ob die Konsumenten die Unternehmen mit direkten Fragen zu klaren Positionen bewegen können. Einen Versuch wäre es wert. Die Ersten lassen schon mal den Fernseher aus.

Am Ende hat es jeder von uns selbst in der Hand seine ganz persönliche Position zu beziehen. Wir sind alle politisch.

Kopf oder Zahl? Manager sollen intuitiv entscheiden

•Juli 23, 2008 • 1 Kommentar

Welcher Weg, die besten Entscheidungen hervorbringt ist eine alte Frage, die inzwischen ein wichtiger Teil meiner Arbeit als Coach und Trainerin ist. In loser Folge werde ich mir ab heute an dieser Stelle über verschiedene Aspekte dieses Themas Gedanken machen.

Die Intuition ist oft klüger als der Verstand! Die aktuelle These war jüngst zu lesen in einem Artikel von Jens Toennesmann in der Wirtschaftswoche (Nr. 28).

In Unternehmen arbeiten ja inzwischen kaum noch Menschen, die nicht unter Zeitdruck stehen, wenn sie Entscheidungen treffen. Lean Management und die universale Erreichbarkeit über Blackberrys und Mobiltelefone führen dazu, dass sich Manager genötigt sehen, praktisch im Augenblick der Konfrontation mit dem Problem, die Entscheidung schon zu kommunizieren. Ob das wirklich so sein muss, sei für den Augenblick mal dahin gestellt. Die Wahrnehmung beschreibt zunächst die Realität.

Dazu kommt, dass wir am Überfluss verzweifeln. Wir haben es alle schon selbst erlebt: Nur in seltenen Fällen leiden wir in Entscheidungssituationen an einem Mangel an Informationen. Dummerweise können wir aber nur eine begrenzte Menge an Informationen verarbeiten. Und die Universitäten haben festgestellt, was wir schon geahnt haben: die Komplexität der Entscheidung nimmt mit jeder Hierarchiestufe zu. Und die Fach- und Detailkenntnis nimmt nach oben hin immer weiter ab.

Für den Entscheider heißt das, die Sachlage ist unübersichtlich. Das Risiko hoch.
Immer mehr Informationen; Immer weniger Spielräume für Entscheidungen.
Gleichzeitig steigt der Anspruch der Öffentlichkeit an die persönliche Verantwortung der Manager: für die Folgen der Entscheidung, für deren Umsetzbarkeit, deren Nachhaltigkeit und für die Herstellbarkeit des sozialen Konsenses in Bezug auf die Lösungen. Kurz gesagt: Manager und Unternehmer müssen die Situation im Unternehmen nicht nur richtig analysieren können – sie müssen vor allem die Ergebnisse richtig interpretieren und daraus die richtigen Entscheidungen ableiten; und sie müssen in der Lage sei,n diese dann auch noch erfolgreich kommunizieren.

Da versprechen „einfache, intuitive Prinzipien“ einen entwaffnend pragmatischen Ausweg aus dem Dilemma. Forscher Gerd Gigerenzer (Max Planck-Institut, Berlin) wird in der Wirtschaftswoche zitiert mit dem Ratschlag: „Anstatt viel Zeit dabei zu verlieren, aus der Vielzahl der Alternativen die beste herauszusuchen, intuitiv die erstbeste zu wählen und sich danach anderen Problemen zuzuwenden“. Immerhin wird die Empfehlung ergänzt durch den entscheidenden Hinweis: „Wer Erfahrung hat, ist also gut beraten auf sein Bauchgefühl zu hören.“

Wir sehen, die Lage ist auch hier unübersichtlich. Wie soll man denn nun entscheiden?

Hier ist meiner Meinung nach zuerst der Blick nach innen gefragt: Wie entscheiden Sie denn gegenwärtig?

Ein klarer Blick auf das eigene Denkverhalten und Denkgewohnheiten zeigt Stärken und Schwächen der eigenen „Entscheider-Persönlichkeit“ auf.

Hirnforscher haben längst nachgewiesen, wie wir uns von unseren eigenen pragmatischen Strategien im Alltag manipulieren lassen, ohne uns dessen überhaupt bewusst zu sein.

Der Rohstoff für unsere Entscheidungen sind Informationen. Und wir halten uns viel zugute auf unsere Objektivität bei deren Bewertung. Dabei werden Entscheidungen häufig dominiert durch Informationen, die wir einfach nur deshalb hoch gewichten, weil sie für uns präsent sind. Weil wir sie z.B. gerade heute Morgen in der Zeitung oder im Mail gelesen haben. So ist in vielen Sitzungen und Meetings Raum für Manipulation: Informationen bekommen Gewicht, weil sie zum Beispiel zu Beginn des Meetings auftauchten oder weil sie erst kurz vor dem Beschluss vorgestellt wurden.

Andere Informationen und Einflussfaktoren werden übergangen oder gar nicht erst nicht in Betracht gezogen. In vielen Meetings wird dieser so genannte Anker-Effekt häufig gezielt genutzt, um den Entscheidungsprozess zu beeinflussen oder gar zu manipulieren und der eigenen Position dienliche Informationen gezielt ins Blickfeld zu rücken.

Kein Wunder also, dass bei der anstehenden Geschäftsplanung für das kommende Jahr, die eben in der Präsentation von den Finanzleuten analysierten Trends einfach nur fortgeschrieben werden. Aktuelle Einflussfaktoren fallen dabei schon mal unter den Tisch. Und komplexe Diskussionen werden gerne vermieden.

Als Entschuldigung könnte das Unterbewusstsein herhalten. Hirnforscher sagen, wir entscheiden uns unbewusst dafür, passenden Informationen den Vorzug zu geben. Wir wählen, was wir mögen und vermeiden was uns unangenehm ist. Wer also zur Entscheidungsfindung Informationen recherchiert, wählt oft diejenigen aus, die seiner vorgefassten Meinung entsprechen. Was nicht passt, wird passend gemacht – oder einfach ausgeblendet. Und wer die Wahl einer Alternative verhindern will, holt den Rat von Experten ein, die im Detail die Risiken ausleuchten. Die Chancen der Alternative werden gar nicht erst dargestellt oder abqualifiziert.

Häufig wird Kritikern von Unternehmensentscheidungen entgegengehalten, die Wahl der Alternative beruhe schließlich auf Fakten. Umsätze, Kosten und Gewinne werden geschätzt und in die Zukunft prognostiziert. Zahlen gaukeln Genauigkeit und Vorhersagbarkeit vor, die so gar nicht existiert.

Im besten Fall werden Wahrscheinlichkeiten bemüht, die zeigen sollen, mit welcher Sicherheit der Fall eintreten wird. Doch objektiver wird die Entscheidung dadurch nicht. Kaum jemand ist lange genug im Geschäft, um all die Zahlen und Prognosen vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrung zu beurteilen. Die Zahl der Einflussfaktoren ist zu groß. Der Zeitraum, nachdem die Güte der Schätzung sichtbar wird, ist zu lang.

Der erste Schritt auf dem Weg zu guten Entscheidungen ist die Selbsterkenntnis; sich der Mechanismen bewusst zu werden und eine selbstkritische Haltung einzunehmen und die eigene Einstellung zu hinterfragen.

Für Manager hieße das, gerade den Kritikern, den Unabhängigen und Unbeteiligten genau zuzuhören. Erst die aktive Auseinendersetzung mit ungeliebten Gegenpositionen eröffnet Einblicke in die selbst gestellten Fallen beim Denken.

Herrscher vergangener Zeiten hielten sich zu diesem Zweck Hofnarren. Heute kann ein unabhängiger Coach dabei helfen, die eigenen Denkprozesse effektiv zu hinterfragen.

Dem Vernehmen nach berichtete der römische Historiker Tacitus vor rund 1900 Jahren von einem interessanten Entscheidungsprozess: Gute Entscheidungen werden dann getroffen, wenn der Entscheider in zwei verschiedenen psychischen Situationen zum selben Ergebnis kommt. Durch nüchterne Analyse und durch die rein emotionale Bewertung der Situationen – hervorgerufen durch berauschende Getränke.

Probono Projekt ohne materiellen Erfolg

•Juli 7, 2008 • Kommentar schreiben

Die Idee, meine Arbeit kostenfrei zur Verfügung zu stellen, fand weniger Anklang, als es die ersten euphorischen Reaktionen am Telefon meines Ateliers vermuten ließen. Zwar fanden alle Anrufer die Idee „ganz, ganz toll“ und alle wollten unbedingt darüber nachdenken. Aber vom Nachdenken allein kommt noch kein zusätzliches Geld in die Spendenkasse von Wings of Hope. Schade.

Die Idee war offenbar gut. Immerhin haben sich mehr als 30 Leute telefonisch mit Fragen zum Probono Projekt bei mir gemeldet (Freunde & bekannte nicht mitgerechnet), allerdings ohne, dass sich das Gespräch als konkretes Projekt materialisiert hätte. Entweder war der Zeipunkt falsch („gerade kein Budget mehr“), der Vorstand dagegen („ich würde das sofort machen, aber der Vorstand…“), oder es gab jede Menge anderer Gründe. Manchmal musste ich wirklich fragen, warum die Leute mich überhaupt angerufen haben. Einige Gespräche waren wirklich sehr skuril.

Fazit: Einen Versuch war’s allemal wert!

Jetzt setze ich natürlich meine ehrenamtliche Arbeit für Wings of Hope fort. Und denke darüber nach, was sich aus der Aktion für Schlüsse ziehen lassen.

Das Pro Bono Projekt

•Juni 23, 2008 • 2 Kommentare

Einem spontanen Impuls folgend, habe ich an dieser Stelle am Freitag eine persönliche Aktion für Wings of Hope gestartet – eine Stiftung für vom Krieg traumatisierte Kinder, für die ich ehrenamtlich arbeite. Ein kurzer Bericht unseres Projektmanagers aus Palästina über die aktuelle Lage vor Ort hat mich so erschüttert, dass ich dringend sofort etwas tun musste. Jeder sollte tun, was er an besten kann und weil ich mein Brot
normalerweise als Trainer, Moderator und Coach verdiene kam ich auf die Idee, meine Arbeit zu spenden. Einer meiner Klienten war der Meinung, das Angebot käme erst zu weit unten im Text.

Kommen wir zum Punkt:

Ein gutes Gefühl reicht ihnen nicht? Sie vertreten ein Unternehmen und Ihr CFO will Return on Investment? Dann können Sie folgendes tun:.

  • Spenden Sie 3.000 € an Wings of Hope und Sie erhalten ein exklusives, individuelles Interview-Coaching vom Atelier für Strategie & Kommunikation.

  • Spenden Sie 5.000 € an Wings of Hope und Sie erhalten ein 1-tägiges exklusives Seminar/Training oder Coaching vom Atelier für Strategie & Kommunikation (Thema nach Absprache).

So funktioniert’s:

1. Sie melden sich bei mir, und wir besprechen Ihren Traings- oder Coaching-Wunsch (grundsätzlich gilt: Vieles ist möglich). Wir legen einen Termin und den Ablauf fest. Sie erhalten von mir eine schriftliche Bestätigung über unsere Vereinbarung.

2. Danach überweisen Sie innerhalb von 5 Werktagen die Spende an die Stiftung Wings of Hope.

Grundsätzliches:
Ich handle in bester Absicht, um die Stiftung Wings of Hope zu unterstützen. Das Geld geht direkt und ohne Abzüge an Wings of Hope. Ich habe mich nicht damit aufgehalten, mit einem Anwalt über Kleingedrucktes zu sprechen und rechne nicht mit Fouls. Das Angebot gilt nur, wenn Sie sich bis zum 4. Juli 2008 bei mir melden!
Und sonst:
1. Das Training oder Coaching sollte im Zeitraum Juli – Oktober stattfinden, da ich auch anderweitige Verpflichtungen habe.
2. Aufgrund der beschränkten Resourcen kann ich keine unbegrenzte Zahl von Projekten übernehmen.
Also sprechen Sie zuerst mit mir! Ich kann keine Garantie dafür übernehmen, dass ich das Projekt durchführen kann, wenn Sie nicht vor der Spende mit mir gesprochen haben! Erst durch meine Zusage kommt eine Vereinbarung zustande!
3. Das Angebot gilt grundsätzlich für Projekte an meinem Wohnort München – wenn das Projekt in einer anderen Stadt stattfinden soll, übernehmen Sie bitte zusätzlich die Kosten für Fahrt und Übernachtung.
4. Das Angebot ist nicht auf bereits gebuchte Projekte anwendbar. Meine Klienten können selbstverständlich ein Spenden- Zusatz-Projekt buchen.
5. Ich behalte mir vor, das Projekt zu begrenzen oder abzubrechen, wenn die Zahl der Anfragen meine Kapazitäten übersteigt.
Wir werden sehen, ob aus den ersten vorsichtigen Anfragen ein Sommermärchen wird.

Palästina: Gewalt macht hart, kalt und krank!

•Juni 19, 2008 • 1 Kommentar

Bethlehem Grenzmauer Die deutschen Medien sind optimistisch und melden diese Woche den entscheidenden Durchbruch nach monatelangen Verhandlungen. Israel und die radikal-islamistische Hamas haben sich unter ägyptischer Führung auf eine Feuerpause geeinigt. Die SZ Online berichtet heute Mittag: „In den Nahost-Konflikt kommt Bewegung: Im Gazastreifen schweigen seit dem Morgen die Waffen“

Das klingt, als könnten wir nach der Zeitungslektüre wieder zur Tagesordnung übergehen. Dabei haben wir alle nicht die geringste Vorstellung, wie die Menschen vor Ort die Situation erleben.

Gestern Abend hatte ich Gelegenheit, in einem kurzen Online-Gespräch Konkretes über die Situation vor Ort zu erfahren. Peter Klentzan, Projekt Manager, der Stiftung Wings of Hope, hält sich zur Zeit in Palästina und Israel auf, um dort Projekte für vom Krieg traumatisierte Kinder aufzubauen. Er hat sich die Zeit genommen, um meine Fragen zu beantworten.

Die Fragen hatten ursprünglich nur den Zweck, mir als ehrenamtlicher Mitarbeiterin der Stiftung einen Überblick über das jüngste Projekt von Wings of Hope zu geben. Ich habe mich entschlossen, die Antworten zu veröffentlichen, um mehr Menschen einen Blick auf einen ganz anderen Teil der Israelisch-Palästinensischen Wirklichkeit zu ermöglichen.

Mittwoch, 18. Juni 2008, 18.57

Wo arbeiten Sie im Augenblick?

Mein Büro ist in Bethlehem, in der so genannten Westbank. Das liegt in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten. Die Arbeit erstreckt sich aber auf die gesamte Westbank und auch auf Teile Israels.

Mit wem arbeiten Sie vor Ort? (Anmerkung: Die Stiftung setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe)

In der Westbank unterstützen wir – Die Stiftung Wings of Hope – (d.Red.) das Internationale Zentrum Bethlehem (IZB) der ‘Evangelisch Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land’ und die Nicht Regierungs Organisation ‘Al Tariq – Der Weg’. In Israel kooperieren wir mit: The Association for Commemoration of Bat-Chen Shahak.
Diese drei Organisationen arbeiten bevorzugt mit Kindern, Jugendlichen und Familien, die traumatische Erlebnisse zu verarbeiten haben. Viele – Familien – (d. Red.) haben unmittelbare Verluste von Kindern durch den Hass und die Gewalt in der eigenen Familie erlitten. Alle Organisationen setzen sich für gerechte, friedliche und gewaltfreie Lösungen des Konflikts ein.

Was wollen Sie erreichen?

Als erfahrene Traumapädagogen und Therapeuten wollen wir dazu beitragen, dass das zentrale Grundbedürfnis der israelischen Gesellschaft gestillt wird und das heißt: Sicherheit! - Wir wollen ebenso, dass das Bedürfnis der palästinensischen Gesellschaft gestillt wird. Das heißt: Freiheit in Würde und Gerechtigkeit.

Welche Projekte wurden angestoßen?

Dreißig Sozialarbeiter und Lehrer in den besetzten Gebieten werden ihren Schülern gewaltfreie Lösungs- und Verarbeitungsstrategien anbieten können, um die Hoffnungslosigkeit und den Kontrollverlust zu überwinden. Wir bilden sie in einer zweijährigen Berufsbegleitenden Ausbildung zu Traumapädagogen und Traumatherapeuten aus.
Die Mauer, die Israel gebaut hat um große Teile der Westbank abzuriegeln, soll die einen vor Terror schützen und raubt den anderen die letzten Zukunftsperspektiven. Sie unterbindet den Kontakt zwischen den Menschen in der Westbank und in Israel. Der Konflikt im „Heiligen Land“ bedroht die Menschen dort seit Jahrzehnten. Der Hass scheint immer größer zu werden. In den früheren Generationen gab es gerade auch unter den Führungspersönlichkeiten in beiden Gesellschaften immer Menschen, die durch persönliche Freundschaften Brücken bauen konnten. Die Mauer verhindert das heute für die Jüngeren. In unserem interkulturellen Empowerment-Projekt für junge Führungspersönlichkeiten ermöglichen wir es ihnen trotzdem.

Israel hat hervorragende und in der Fachwelt bekannte Traumapädagogen und -therapeuten. Trotzdem ist es uns ein Anliegen in den Regionen im Norden und im Süden des Landes Israel wo es viele, durch Raketenterror und ständige kriegerische Auseinandersetzungen traumatisierte Kinder gibt, den Lehrern und Sozialarbeitern Praxisbezogene Workshops anzubieten.

In den besetzten palästinensischen Gebieten muss man von einer „vaterlosen Gesellschaft“ sprechen. Dort wo die Väter nicht tot oder im Gefängnis sind, sind sie oft so traumatisiert, dass sie ihrer Rolle und ihren Aufgaben als Vater nicht adäquat nachkommen können. Wir bauen Selbsthilfegruppen für Väter auf.

Was sind die größten Herausforderungen für Sie und Wings of Hope?

Angesichts der Aussichtslosigkeit, der Entmenschlichung, des Unrechts und der Gewalt, die einen auf Schritt und Tritt verfolgt, nicht selbst hart, kalt und krank zu werden. Gewalt macht hart, kalt und krank!

Gibt es erste Erfolge?
Das Ausbildungscurriculum hat begonnen. Die Teilnehmer sind begeistert. In Team- und Einzelsupervisionen werden mir schwer traumatisierte Kinder vorgestellt und wir können helfen. Die Menschen sind unglaublich erleichtert.
Die jungen Führungspersönlichkeiten in beiden Gesellschaften, die wir ein Jahr lang gefördert haben, bilden jetzt die nächste Generation aus. Es werden Teilnehmer des letztjährigen Programms sein, die neuen Teilnehmer als Gruppenleiter zur Sommerakademie nach Ruhpolding 2008 begleiten.

Wie erleben Sie die Situation vor Ort? Wie sieht Ihr Alltag aus?

Mich erfüllt es mit Zorn und Abscheu wie eine Minderheit in beiden Gesellschaften in der Lage ist, die Bedürfnisse der Mehrheit nach Sicherheit und Freiheit in Würde und Gerechtigkeit mit Füßen zu treten. Die Minderheit derer, die die Gewalt verherrlichen ist stärker und arbeitet besser zusammen, als die Mehrheit derer, die die Gewalt beenden wollen.

Meine Familie lebt in Deutschland. Ich bin in den Wochen in Palästina und Israel „Strohwitwer“ und kann meine ganze Kraft in die Arbeit stecken. Ich versuche eine halbe Stunde am Tag über das Internet mit meiner Frau und den Kindern zu sprechen, weil ich Sehnsucht habe und die Bindung nicht verlieren möchte. Als professioneller Traumapädagoge kenne ich zu viele bindungslose und bindungsunfähige Menschen. Ansonsten arbeite ich mit den Menschen, die sich mir und unseren Projekten anvertrauen. Wenn es dabei Pausen gibt, komme ich meiner Managementtätigkeit für unsere Stiftung und Projekte in den anderen Ländern nach oder ich beantworte Ihre Fragen. Ich versuche zumindest die deutschen Spiele bei der Europameisterschaft zu sehen. Ab- und zu gehe ich abends in ein Fitnesscenter und powere mich aus!

Welche Prognosen geben Sie ab über die Situation in den nächsten 6 Monaten?

Wenn man sich häufig in den besetzten Gebieten aufhält, weiß man, dass wir in Deutschland nicht wirklich darüber informiert sind, welches Drama sich hier abspielt. Das Gerede vom Friedensvertrag noch in diesem Jahr ist angesichts dessen, was sich vor Ort abspielt eine riesengroße Nebelbombe! Wenn es um Israel und Palästina geht, leiden traumapädagogisch ausgedrückt große Teile der arabischen Welt unter Boarderline-Störungen und große Teile der westlichen Welt unter dissoziativen Amnesien.

Sie sind glaube ich seit April in Israel und Palästina – wie lang werden Sie insgesamt bleiben?

Ich bin ca. 10 Monate im Jahr für jeweils etwa zwei Wochen hier im Land, um unsere Partner bei ihrer Arbeitzu unterstützen. Das Projekt hat im April dieses Jahres begonnen und wird im März 2010 enden.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Es wäre doch schon etwas, wenn ich meinen Kindern und vielleicht eines Tages, Inshallah, meinen Enkelkindern, sagen könnte, dass wir bei Wings of Hope mit unseren Partnern und Unterstützern, unseren Spendern und Freunden, unseren Klienten und unseren Mitarbeitern es abgelehnt haben uns drei Affen in die Wohnung zu stellen. Ein Affe hält sich die Augen zu. Ein Affe hält sich die Ohren zu und ein Affe hält sich den Mund zu. – Oder um es mit Bettina Wegner zu sagen: „Gerade, klare Menschen wären ein schönes Ziel, Menschen ohne Rückgrat gibt es schon zuviel!“

Bevor wir jetzt alle wieder zur Tagesordnung übergehen: Entscheiden Sie sich gegen die Strategie der drei Affen. Tun Sie was.! Jetzt gleich. Und nehmen Sie das gute Gefühl mit ins Wochenende, die Welt wenigstens ein ganz klein bisschen verändert zu haben. Sie wissen nicht, was Sie tun können?

Geld hilft!

Klicken Sie auf diese Worte. Jeder Betrag zählt!

Ein gutes Gefühl reicht ihnen nicht? Sie vertreten ein Unternehmen und Ihr CFO will Return on Investment? Dann können Sie folgendes tun:.

  • Spenden Sie 3.000 € an Wings of Hope und Sie erhalten ein exklusives, individuelles Interview-Coaching vom Atelier für Strategie & Kommunikation.

  • Spenden Sie 5.000 € an Wings of Hope und Sie erhalten ein 1-tägiges exklusives Seminar/Training oder Coaching vom Atelier für Strategie & Kommunikation (Thema nach Absprache).

So funktioniert’s:

1. Sie melden sich bei mir, und wir besprechen Ihren Traings- oder Coaching-Wunsch (grundsätzlich gilt: Vieles ist möglich). Wir legen einen Termin und den Ablauf fest. Sie erhalten von mir eine schriftliche Bestätigung über unsere Vereinbarung.

2. Danach überweisen Sie innerhalb von 5 Werktagen die Spende an die Stiftung Wings of Hope.

Grundsätzliches:
Ich handle in bester Absicht, um die Stiftung Wings of Hope zu unterstützen. Das Geld geht direkt und ohne Abzüge an Wings of Hope. Ich habe mich nicht damit aufgehalten, mit einem Anwalt über Kleingedrucktes zu sprechen und rechne nicht mit Fouls. Das Angebot gilt nur, wenn Sie sich bis zum 4. Juli 2008 bei mir melden!
Und sonst:
1. Das Training oder Coaching sollte im Zeitraum Juli – Oktober stattfinden, da ich auch anderweitige Verpflichtungen habe.
2. Aufgrund der beschränkten Resourcen kann ich keine unbegrenzte Zahl von Projekten übernehmen.
Also sprechen Sie zuerst mit mir! Ich kann keine Garantie dafür übernehmen, dass ich das Projekt durchführen kann, wenn Sie nicht vor der Spende mit mir gesprochen haben! Erst durch meine Zusage kommt eine Vereinbarung zustande!
3. Das Angebot gilt grundsätzlich für Projekte an meinem Wohnort München – wenn das Projekt in einer anderen Stadt stattfinden soll, übernehmen Sie bitte zusätzlich die Kosten für Fahrt und Übernachtung.
4. Das Angebot ist nicht auf bereits gebuchte Projekte anwendbar. Meine Klienten können selbstverständlich ein Spenden- Zusatz-Projekt buchen.
5. Ich behalte mir vor, das Projekt zu begrenzen oder abzubrechen, wenn die Zahl der Anfragen meine Kapazitäten übersteigt.

Fragen aller Art – zum Beispiel: Was Sie sonst noch für die Stiftung tun können? Beantworte ich gerne. Die Entscheidung zu diesem Projekt ist spontan gefallen. Ich bin gespannt auf Ihre Reaktionen.

Blutgrätschen überall?

•Juni 17, 2008 • Kommentar schreiben

„Der Trainer als Vorbild hat großen Einfluss darauf, ob die Spieler bereit sind, gegen Fairnessnormen – und damit auch gegen Gerechtigkeitsprinzipien – zu verstoßen.“ Im Wissensteil der SZ erläutert Nikolas Westerhoff heute „Die Logik der Blutgrätsche“ und die „Doppelmoral im Fußball“ . Leistung geht im Wettkampf vor Fairness lautet das Fazit.

Spontan drängt sich mir die Idee auf, dass es sich hier um einen grundsätzlichen Mechanismus der menschlichen Psyche handelt, mit dessen Hilfe sich auch das Verhalten der Spieler in Unternehmen übertragen lässt. Gerade wo sich Manager heute gerne als Coach ihres Teams definieren.

Sportpsychologe Hartmut Gabler hat laut SZ herausgefunden: Je größer der Wettkampfcharakter, desto unbedeutender werden Fragen der Fairness.

Ist das der gleiche Mechanismus der Manager in Unternehmen dazu bringt, Gesetze zu brechen? Schaffen Vorstände und deren Vorsitzende Normen abseits des Rechts, in dem sie mangelhaftes Vorbild sind? Ist es das falsche Vorbild, dass leitende Mitarbeiter dazu bringt, durch Bestechung an jene Aufträge zu kommen, die dann an der Börse für gute Stimmung bei der Bewertung der Aktie sorgen.

8 von 10 Jugendlichen Fußballern würden foulen, wenn die Mannschaft Abstiegs-bedroht wäre.

Es wird kolportiert, dass seit dem deutschen Sommermärchen gerne auch deutsche Unternehmen Fuballtrainer als Berater buchen. Auf dem Platz, wie in vielen Unternehmen, sind die Regeln eindeutig. Wer nach oben will muss schon mal richtig hinlangen, oder wie ein Manager jüngst Heinrich von Pierer bei gericht zitierte: „ein Soldat sein“.

Wenn an der These von der Vergleichbarkeit von Fußball und Unternehmen was dran ist, dann müssen Vorstände gar keinen expliziten Auftrag geben. Engagierte Mitarbeiter würden von sich aus aktiv, sobald ihnen entsprechende Verhaltensnormen geboten scheinen. Dann werden Grundrechte verletzt und im Fall der Fälle Vorstände, Aufsichtsräte und Journalisten abgehört.

Siemens Chef Löscher hat übrigens in der letzten Hauptversammlung vollmundig erklärt, die Vorstände in seinem Laden „coachen“ jetzt nicht mehr, sondern trügen ab sofort wieder selbst die Verantwortung. Auch die Antwort darauf kommt aus der Mannschafts-Kabine: Dieser Weg wird kein leichter sein.

Doch die laufende EM weist auch hier in die Zukunft: Vielleicht sollte man auch Manager, die ihre Verantwortung als Lippenbekenntnis vor sich her tragen künftig auf die Tribüne setzen und für das nächste Spiel sperren.